Vor(dem)Wort



Diese Wortspiel verrät viel über die Bedeutung unserer Sprache, mit deren Hilfe wir  im alltäglichen Miteinander kommunizieren. 

Sprache ist komplex. Sie impliziert das Wort, den Klang der menschlichen Stimme, die Atmosphäre, dazu kommen Gestik, Mimik, Haltung und Gefühle.

Bevor wir das erste Wort austauschen, treten wir zunächst in Kontakt zueinander. Das geschieht mit all unseren Sinnen: schnell, unbewusst, und ohne unseren Einfluss. Ob wir es wollen oder nicht, spielt keine Rolle. Es geschieht einfach. In den menschlichen Begegnungen schwingen Befindlichkeiten, Gefühle (die  unser Dasein im Augenblick repräsentieren) hin und her. Hier  entsteht die Beziehung, in der wir Bezug aufeinander nehmen.  

Hier beginnt die Kommunikation, vor dem Wort.

Die Bedeutung des gesprochenen Wortes ist zweitrangig, auch wenn sie in unserem alltäglichen Miteinander eine (über-)mächtige Rolle spielt.

Diese Tatsache machen wir uns allzu oft in unserem tagtäglichen Miteinander nicht bewusst, die Folgen können Beziehungsstress mit weitreichenden Folgen sein.

Der Begriff der Kommunikationskompetenz ist in aller Munde.

Die Liste der dazu angebotenen Ratgeber-Literatur ist lang.

verortete Worte



Ratgeber in Schriftform oder auch Vorträge über sozial-kommunikative Kompetenzen können ein erster Schritt aus der Sackgasse der Missverständnisse sein, nur unser Gehirn braucht Handlungen, greifbare Erfahrungen, um in der Sackgasse wenden zu können.

Die größte Freude hat unser Gehirn dann, wenn es diese Erfahrungen mit anderen Menschen zusammen machen darf, im gemeinsamen zweckfreien Spiel.

Gemeint sind hier nicht Gesellschaftsspiele am Tisch, oder sportliche Aktivitäten als Körperkult. 

Mein Ansatz geht in die künstlerisch-gestalterische Richtung des Spiels. Es hat theatrale Züge, ohne Theaterspiel in seiner eigentlichen Bedeutung zu sein. Wir erarbeiten keine Sprech-Rollen wie im darstellenden Spiel. Wir erarbeiten keine Figuren nach theatralen Vorgaben. 

Unser Spielmaterial sind wir selbst: Unser Körper in allen seinen Bewegungsvarianten, unsere Stimme, mit der wir Klänge produzieren können, unsere Sprache, die Worte hervorbringt.

Diese Elemente setzen wir im Raum in Beziehung zueinander. So entstehen komplexe Geschichten, "verortete Worte". 

Es ist keine Spielerei, sondern ein Übungsfeld, auf dem wir über unsere Körperarbeit Präsenz, Wahrnehmungsfähigkeit,  Offenheit, Klarheit im Denken und Handeln, Entscheidungsfreude am eigenen Leib erfahren können.


Wir setzen nichts aufs Spiel, wichtig ist die Freude am Tun.

Tauchen wir ein ins Spiel !