Vor (dem) Wort


Diese Wortspiel verrät viel über die Bedeutung unserer Sprache, mit deren Hilfe wir  im alltäglichen Miteinander kommunizieren. 

Sprache ist komplex. Sie impliziert das Wort, den Klang der menschlichen Stimme, die Atmosphäre, dazu kommen Gestik, Mimik, Haltung und Gefühle.



Bevor wir das erste Wort austauschen, treten wir zunächst in Kontakt zueinander. Das geschieht mit all unseren Sinnen: schnell, unbewusst, und ohne unseren Einfluss. Ob wir es wollen oder nicht, spielt keine Rolle. Es geschieht einfach. In den menschlichen Begegnungen schwingen Befindlichkeiten, Gefühle (die  unser Dasein im Augenblick repräsentieren) hin und her. Hier  entsteht die Beziehung, in der wir Bezug aufeinander nehmen.  



Hier beginnt die Kommunikation,  vor (dem) Wort. Die Bedeutung des gesprochenen Wortes ist zweitrangig, auch wenn sie in unserem alltäglichen Miteinander eine (über-mächtige Rolle spielt.

Diese Tatsache machen wir uns allzu oft in unserem tagtäglichen Miteinander nicht bewusst, die Folgen können Beziehungsstress mit weitreichenden Folgen sein.



Ratgeber in Schriftform oder auch Vorträge über sozial-kommunikative Kompetenzen können ein erster Schritt aus der Sackgasse der Missverständnisse sein, nur unser Gehirn braucht Handlungen, greifbare Erfahrungen, um in der Sackgasse wenden zu können. Die größte Freude hat unser Gehirn dann, wenn es diese Erfahrungen mit anderen Menschen zusammen machen darf, im gemeinsamen zweckfreien Spiel.



Marion_Esser_Improvisation